Am Samstag startet die Tour de France.
Wie immer wird sie natürlich noch schneller, härter und spektakulärer werden.

Aber die heutigen Rennfahrer sind Weicheier.
Hier ein toller Roman, der zeigt wie das Rennen vor hundert Jahren war.
Da wurden auch schon beachtliche Geschwindigkeiten gefahren:
berghoch im 30er Schnitt. Die Strecken waren länger.
Die Fahrer durften keine Hilfe von außen annehmen.
Asphalt gab es es nicht.
Schotterpisten wurden mit Baumwollreifen gefahren. Es gab nur zwei Gänge.
Vor allem in den Bergen sehr unangenehm: Da die Strecken so lang waren,
wurde im Dunkeln frühmorgens gestartet. Die Räder hatten kein Licht!
Ständig Stürze, blutende Beulen, keine Helme.
Oft sind die Fahrer mit dem Rad zum Start gefahren.
Aber nicht mal eben um die Ecke!
Anders als heute (hahaha) waren sämtliche Drogen ständige Begleiter.
(Damals gabe es noch Reklame an Hauswänden für Kokain, Heroin…)
„Die unsichtbare Meile“ zeigt wie ein neuseeländisches Team zum ersten Mal an der TdF teilnimmt. Nicht nur der Sport-Irrsinn ist Thema, sondern auch die persönlichen Dämonen der Fahrer. Der erste Weltkrieg – neuseeländische Soldaten kämpften in Europa – ist noch nicht lange her, eine Familientragödie droht im Hintergrund und…
Finster, aber begeisternd!
David Coventry, Die unsichtbare Meile
Insel tb., 14 €

