Leben auf dem Meer

„Was soll ich mich zu einem Leben zwingen,
das mir zum Zuchthaus wird?
Warum nicht der Verlockung des blauen Horizonts erliegen, dahin fahren, wohin der Monsun mich treibt, den kleinen weißen Segeln folgen, die ich Tag für Tag im geheimnisvollen Roten Meer verschwinden sehe?“

Es ist die Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg.
Ein Mann kauft sich eine Dau – ein arabisches Segelschiff (im Deutschen Museum in München Ist eine ausgestellt.) um damit im Roten Meer zu segeln. Er bekommt keine Genehmigung, segelt aber einfach los mit drei arabischen Seeleuten. Sie schauen sich die Menschen und Landschaften an. Immer nicht wissend, ob sie am Ufer feindlichen oder friedlichen Menschen begegnen.
Insgeheim schmuggeln sie aber Waffen und Drogen.
Mit den Einnahmen will sich der Franzose zur Ruhe setzen.
Das klappt?
Ein Abenteuer – Buch, toll geschrieben, vom Autor selbst erlebt.
Er wurde bei seinen Touren verhaftet und eingesperrt. Weil er sich so gut auskannte und mit seiner Dau anlanden konnte, wo euorpäische Schiffe nicht hinkamen, wird er freigelassen und als Spion eingesetzt. Die Großmächte lauern an den Ufern des Roten Meeres. Es ist 1918. . Aus Rache schmuggelt er (im realen Leben) 6 ! Tonnen Haschisch und setzt sich vom Verkaufserlös in Frankreich mit einem Schlösschen zur Ruhe.

 

„Es kam Mr. Blood, als er an jenem duftigen, köstlichen Julimorgen
unter der Last ihrer Frucht sich biegenden Apfelbäumen dahinstapfte, der Gedanke, dass der Mensch – wie er es schon lange vermutete – das gemeinste unter den Geschöpfen Gottes war, und dass nur ein Narr sich als Heiler einer Spezies niederlassen konnte,
die am besten ausgetilgt werden sollte.“

Dieser Arzt Dr. Peter Blood wird schon bald als Sklave nach Barbados verkauft: der Mann, den er an diesem „köstlichen Julimorgen“ verarztete, hatte an einem Aufstand gegen den englischen König teilgenommen…
In der Folge wird Peter Blood zu Captain Blood, dem gefürchtetsten Piratenkapitän der Karibik des 17. Jahrhunderts. Mutig und ideenreich führt er die „Brüder der Küste“ in den Kampf gegen englische Sklavenhalter und königstreue Soldaten. Seine Kampfweise zeichnet sich durch Intelligenz, Mut und Dreistigkeit aus.  Seinen Idealen von Ehre, Menschlichkeit und Achtung bleibt er treu. Die Grausamkeit und Habgier seiner „Brüder“ verachtet er. Was leitet ihn? Natürlich die Hoffnung auf die Erfüllung seiner großen Liebe.

Begeistert schon die Schilderung der Seegefechte, so setzen die Wortgefechte, die Blood sich furchtlos mit allen Mächtigen liefert, dem Lesegenuss die Krone auf!
Unbedingt lesen!

Der Erzähler hat Langeweile und kein Geld.
Er verpflichtet sich als Walfangarbeiter auf dem Schiff Pequod des Kapitän Ahab. Dieser ist besessen davon einen bestimmten weißen Wal zu töten, der ihm ein Bein bei einem Angriff auf sein früheres Schiff zerquetschte.
Großartiges Buch, das man nur mit der Bereitschaft zu einem anderen Zeitgefühl lesen kann!  Internet aus, Smartphone aus: nach zwei Tagen Langeweile ist man bereit das Buch zu lesen. Aber dann ist es toll! Ausufernde, begeisternde  Schilderungen von Menschen und Material, von Meer und Walen.
Zur Zeit seiner Entstehung Mitte des 19. Jahrhunderts erfolglos, heute gehört das Buch zum Kanon der amerikanischen Literatur.
Ein Buch gegen Rassismus.
Ein Buch gegen verdummende Religionen.
Ein Buch gegen Diktatoren!
Für das Meer, für die Menschen und für die Tiere!

 

Großartig!
Knorrig wird von ein paar Männern im Norden Islands erzählt.
Alle, bis auf den Pfarrer, sind Kabeljau Fischer und ihr Fang
hängt vom Meer, dem Gespür, dem Wetter und der
Zusammenarbeit untereinander ab.
Aber jeder Mann denkt anders und so fängt auch jeder anders.
Aber jeder Mann denkt auch über sich und sein Leben nach. Eben auch jeder anders und im Zweifel wird der Pfarrer gefragt.
Der ist die lebensklug und die philosophierende Seele der Männer.
Rastet aber schon mal aus.
Mit Humor und Schönheit skurril erzählt.

Gut zum Vorlesen!

Der Roman schildert die Fahrt des Segelschiffes „Narcissus“ von Bombay nach England, das um Kap Horn in einen irren Sturm gerät, fast sinkt und danach in einer Flaute die ganze Mannschaft hungern und dursten lässt, bis es dann sang und klanglos in Londons Hafen einläuft.  Dazwischen liegen gewaltige Dramen, denen die Mannschaft ausgesetzt ist. Der scheinbar stärkste der ganzen Besatzung, der schwarze James Wait, ist überhaupt nicht stark, sondern tuberkulosekrank und wird im Verlauf der Reise immer schwächer. Ein feiger Drückeberger in der Mannschaft benutzt aufrührerische Reden, um seine Schmarotzerei zu tarnen. Ihm gelingt es die Mannschaft zur Meuterei aufzustacheln: ausgerechnet dann, als der Kapitän aus Menschlichkeit Wait verbietet zu arbeiten – er ist inzwischen zu schwach dazu. Die Mannschaft glaubt aber meutern zu müssen, damit James zu seinem Recht kommt. Er ist für sie vom Nigger zum Menschen geworden.
Auch ein verblüffend antirassistisches und gegen religiösen Wahn gerichtetes Buch.