
Ich bin mit meinem Bruder in einem kurzen Urlaub in Altengronau in der Rhön gewesen. Beim Wandern haben wir einen alten jüdischen Friedhof entdeckt.
Sehr beeindruckend. Die Lage am steilen Berghang, die alten Bäume,
die Menge der Gräber und die etwas unheimliche Stille.
400 Jahre lang habe drei Landkreise ihre jüdischen Toten begraben.
1500 Menschen in ihren Gräbern.
Ab 1937 nicht mehr. Bis heute. Wir wissen warum.
In den betroffenen Gemeinden sollten Stolpersteine für das Gedenken an die Vertriebenen und Ermordeten verlegt werden. Vor den Häusern, in denen bis in die dreißiger Jahre jüdische Nachbarn wohnten. Die verbliebene arische Bevölkerung wollte die Stolpersteine nicht. Nachbarn haben damals, wie überall, geholfen zu drangsalieren, deportieren und auszurauben.
Montag, 15.Juni und folgenden Dienstag und Mittwoch, verlegt die Gedenkstätte Bonn 70 Stolpersteine. In eigentlich jedem Viertel ist eine Verlegung.
Gehen Sie hin, sehen Sie zu, zeigen Sie sich!
Hier die interaktive Karte mit den Orten und Zeiten der Verlegungen.
Und hier die Biographien der Menschen an die
mit den Stolpersteinen erinnert wird.
Danke an die Gedenkstätte und die Stadt Bonn.
Holger Schwab
