Oliver Steller

Tucholsky

ausverkauft!

Oliver Steller singt und spricht Tucholsky:

Goldenes Herz, Eiserne Schnauze

Fr., 23. Februar 2024 um 20 Uhr für 18 €
im Haus der Evangelische Kirche, Bonn
Adenauerallee 37

Vorverkauf im buchLaden 46

Seine jüdische Mutter wurde 1943 im KZ umgebracht.
Er kannte Kafka.
Er hasste Militärs, Militär, Gehorsam und deutsche Männer.
Er konnte sich über alles lustig machen:
„Eines Tages bekam ich für den Marsch ein altes schweres Schießgewehr eingehändigt. Ein Gewehr? Und im Kriege? Nie, dachte ich mir.
Und lehnte es an eine Hütte. Und ging weg.“
Er war revolutionärer Pazifist.
„Soldaten sind Mörder“.

Wenn er schrieb war er frei. Er schrieb unentwegt, mit Witz, Mut und Schärfe und Hellsicht. Die „Weltbühne“ schrieb er zeitweise alleine
unter verschiedenen Namen:
„Mit 5 PS“ – mit 5 Pseudonymen.

Rechte brachten demokratische und linke Politiker um: Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Walter Rathenau, Matthias Erzberger, Philipp Scheidemann, Maximilian Harden.
Die Reichswehr wurde wieder aufgebaut.

Hellsichtig wusste er worauf die deutsche Geschichte in der Weimarer Republik hinauslief. „Ich werde nun langsam größenwahnsinnig – wenn ich zu lesen bekomme, wie ich Deutschland ruiniert habe. In zwanzig Jahren hat mich immer dasselbe geschmerzt: wie ich nicht einen Schutzmann von seinem Posten wegbekommen habe. Ich glaube nicht, daß Hitler kippt. Warum auch. Europa sieht, wie gelähmt, zu, wie der neue Krieg vorbereitet wird.“

Er hat vor 100 Jahren geschrieben. Verblüffend, wieviel heute noch aktuell ist.
Über den sozialdemokratischen Reichspräsidenten Ebert:
„Und über allem thront dieser Präsident, der seine Überzeugungen in dem Augenblick hinter sich warf, als er in die Lage gekommen war, sie zu verwirklichen.“

Erich Kästner über Tucholsky: „Ein kleiner dicker Berliner, der mit seiner Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte.“

Frei von Konventionen. Als er „Rheinsberg“ 1912 veröffentlichte war das ein Skandal, weil offen über Liebe gesprochen wird. Zusammenleben mit Frauen konnte er nicht gut. Viele Gedichte in denen er sich über die Ehe lustig macht oder seine Enttäuschung, seine Sehnsucht ausdrückt.
„Männer sind eine komische Erfindung“.

Ab 1924 wohnte er hauptsächlich in Paris. Er hattw Angst. Das hat er mit seinem Idol Heinrich Heine gemeinsam. Auch, dass er da schon krank war. 1929 wandert er nach Schweden aus. Atemwegskrankheit, fünf Operationen an der Nase und angewiesen auf starke Schmerzmittel. Er hörte auf zu schreiben. Verzweifelte Versuche mit seinen Lieben klarzukommen. 1935 stirbt er.

Mit John Heartfield veröffentlicht er „Deutschland, Deutschland über alles“ –
eine irre Tirade gegen alles reaktionäre Deutsche. Dann:
“Und nun will ich euch mal etwas sagen:
Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich ‚national‘ nennen
und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben und alleine Deutschland sind.
Wir sind auch noch da!“