Uwe Timm

Ikarien

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Uwe Timm liest:  Ikarien
Gespräch mit Holger Schwab
Do., 5. Oktober 2017 um 20 Uhr für 12 € im LVR LandesMuseum, Bonn

Der neue Roman von Uwe Timm:
der Stoff hat ihn 40 Jahre beschäftigt. Der Großvater seiner Frau war
Kommunist, Mediziner und Biologe.
Aus dem Frust über das Mißlingen linker
utopischer Experimente wird er zum „Menschenzüchter“,
der sich den Nazis anschließt.

In eine bessere Welt!

Deutschland Ende April 1945: Michael Hansen, 25, kehrt als amerikanischer Offizier in das Land seiner Geburt zurück und übernimmt einen Auftrag des Geheimdienstes. Er soll herausfinden, welche Rolle ein bedeutender Wissenschaftler im Nazireich gespielt hat.
Während regional noch der Krieg tobt, bricht Hansen von Frankfurt nach Bayern auf und bezieht Quartier am Ammersee. In einem Münchner Antiquariat findet er einen frühen Weggefährten des Eugenikers Professor Ploetz, den Dissidenten Wagner. Von ihm lässt er sich die Geschichte einer Freundschaft erzählen, die Ende des 19. Jahrhunderts in Breslau begann und die beiden Studenten über Zürich bis nach Amerika führte – und mitten hinein in die Auseinandersetzung um die beste gesellschaftliche Ordnung:
Hier ein Sozialismus nach Marx, dort das utopische Projekt
der Gemeinde Ikarien, die vom französischen Revolutionär Étienne Cabet
in Amerika gegründet wurde.
Hansen kommt durch die Lebensbeichte Wagners dem faustischen Pakt auf die Spur, den der Rassenhygieniker Ploetz mit den Nazis einging, und dem ganz anderen Schicksal, das den Antiquar wegen seiner widerständigen Haltung ereilte. Seine Reise durch das materiell und moralisch zerstörte Land lässt Hansen Zeuge eines Aufbruchs werden, der die deutsche Geschichte prägen sollte. Zugleich wird sie zu einer éducation sentimentale –
auch in der Liebe werden ihm einige Lektionen erteilt.
Eine gleichermaßen erschreckende wie berührende Geschichte von der Suche nach Alternativen zum Bestehenden und nach einem anderen Leben.

 

 

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