Jandln

Ernst Jandl - gesprochen und getrommelt

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Jandln
Maximilian Hilbrand – Sprecher, Dirk-Peter Kölsch – Trommler
Fr., 7. April 2017 um 20 Uhr für 20 € im buchLaden 46

Die Rache der Sprache ist das Gedicht

Sprechgedichte werden erst durch lautes Sprechen wirksam, sagte Ernst Jandl.
Eigentlich aber wurden sie erst wirksam durch Jandl selbst und seine legendären Aufführungen. Das war neu und kein Mensch
hatte bis dahin so etwas gehört:
Dichten ist Leben!
Legendär sein Auftritt in London 1965 in der Royal Albert Hall, wo er seinen Mitstreitern (Alan Ginsberg) die Show stahl und den Saal rockte: das Publikum hatte verstanden und mitgemacht.
(Hier der Link: Jandl in der Royal Albert Hall 1965, 7000 Zuhörer! )

Dass seine Gedichte erst durch seinen Vortrag lebendig wurden,
hatte etwas von Jazz:
ein Charlie Parker Solo war eben nur eines,
wenn Charlie Parker es selber spielte.
Jandl liebte Jazz. Er trat viel mit Jazzern auf. Er war der Bebopper der Lyrik.

Blödheit, Militär, Hitler, der Nationalismus, der Nationalsozialismus, autoritäre Väter: das hasste Jandl. Mit seinen Mitteln versuchte er sein ganzes Leben lang gegen sie zu bestehen und dennoch verletzlich zu sein:
„ich
brech
dich
doch
noch
liebervaterbittebiegemichlieber“
(redensart)

„wien: heldenplatz“ und „schtzgrm“ sind großartige „politische“ Gedichte
aber genauso konnte er ganz zärtlich schreiben. Lyrik ist Leben.
Und Dichtergott wollte er nicht sein: „Der gewöhnliche Rilke“ eben:

„rilke
sagte er
dann sagte er
gurke
leise dann
wolke“

„ich liege bei dir. deine arme
halten mich. deine arme
halten mehr als ich bin
deine arme halten, was ich bin
wenn ich bei dir liege und
deine arme mich halten.“

 

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